4. Dezember 2005

Welt-Aids-Tag in Hamburg

In der vergangenen Woche gab es einige Veranstaltungen, die sich im Großen und Ganzen mit dem Welt Aids Tag beschäftigten.

Zuerst ist zu erwähnen, dass die geplante Aids-Benefiz-Gala am 19.11. nur eine Woche vor der Veranstaltung mangels Interesse abgesagt werden mußte. In meinen Augen war das u.a. aber auch in den teilweise hohen Eintrittspreisen (z.B. 149,- Euro für Dinner, Gala und Party) begründet. Das bedeutete also, dass Hamburg - immerhin die zweitgrößte Stadt in Deutschland - keine große Aids-Benefiz-Veranstaltung mehr auf die Beine bekommt. Eigentlich ein Armutszeugnis.

Die vergangene Woche begann am Dienstag mit einem "Fachgespräch zu den steigenden HIV-Zahlen in Hamburg". Eingeladen hatte die GAL-Bürgerschaftsfraktion uns so gab es einen runden Tisch mit Vertretern verschiederer Institutionen, die im Aids-Berich tätig sind. Nach einem Bericht eines Arztes der HIV-Station im UKE Hamburg gab es dann Berichte u.a. von der Aids-Hilfe, der Aidsseelsorge und verschiedenen Prostituierten-Organisationen. Alles in allem kann man sicher sagen, dass wieder vermehrt Arbeit im Bereich der Prävention auf uns zukommen wird. Und dieses nicht nur im schwulen Bereich!

Am Mittwoch gab es dann den traditionellen Candle Light Walk. Leider läßt hier von Jahr zu Jahr das Interesse auch immer mehr nach. Wenn es hoch kommt, waren da ca. 50 Teilnehmer dabei. Aber andererseits ist es auch nicht verwunderlich, dass man in HH dieses nicht mal mehr mitbekommt, denn von der früheren Strecke Rathaus - Mönckebergstraße zu Hein & Fiete ist zunächst ein Marsch durch St. Georg (auf einer Nebenstraße!) zu einem Marsch durch
Eppendorfer Nebenstraßen geworden. Schade!

Anschließend agbe es den Aids-Gottestdienst (zur Erinnerung: Hamburg hat schon seit Jahren eine Aids-Seelsorge). Anschließend waren die Mutti und Esteban noch kurz in St. Georg unterwegs, und obwohl die Läden alle relativ wenig besucht waren, haben die Anwesenden doch gut gespendet. Das ist mir zumindest mal ein Lob wert!

Am Donnerstag dann gab es den traditionellen Senatsempfang. Hier wurden wir erstmals auch eingeladen, was ja nun wirklich fast 10 Jahre gedauert hat. Natürlich hat der Staatsrat aus der Gesundheitsbehörde die bereits gemachten und für kommendendes Jahr noch geplanten Kürzungen im Gesundheitsbereich gerechtfertigt. Allerdings gab es dann auch unverhofft Kritik des Gastredners, eines Arztes der BzgA, welcher anmahnte, dass wieder verstärkt in Prävention investiert werden muß. Allerdings liegt wegen dieser Kürzungen die Aids-Hilfe im Moment etwas im Clinch mit der Gesundheitsbehörde bzw. dem Senat, so dass sie sogar einen eigenen "Alternativen WAT-Empfang" zur gleichen Zeit veranstalteten.

Am Freitag ging es dann zu einer kleinen aber feinen Gemeinschaftsaktion unter dem Titel "Die Familie hilft". So hatten sich die WunderBar, die Macher der Party "Familienkombinat", Das Cafe Gnosa und das Bellini zu dieser Aktion zusammen geschlossen. (interessanter Weise übrigens fast alles Läden, die von uns einen Haussegen bekommen haben - die WunderBar bekam ihren an eben diesen Abend). Der Eintritt, die Gehälter, das Trinkgeld und der Inhalt von Muttis Spendendose werden in den guten Zweck fließen (das Projekt "Dr. George" beim Stricherprojekt Basis e.V.). Das Ergebnis bekomme ich sicher in den nächsten Tagen mitgeteilt.

In der WunderBar hatte ich dann auch noch ein Erlebnis, was ich hier kurz erwähnen möchte, denn ich finde es durchaus wichtig. Da kam nämlich jemand zu mir, den ich schon einge Zeit von Sehen her kenne. Und der hat sich dann eben seinen Frust und seinen Liebeskummer von der Seele geredet, mit allem was dazu gehört, angefangen von Tränen in den Augen bis dahin, dass die Mutti ihn tröstend in den Arm nimmt. (und da sag ich dann auch mal: Scheiß aufs Make Up!) Ich denke, genau sowas macht eben auch die Arbeit einer Schwester aus, und nicht nur Party, Party, Party.

Am kommenden Freitag findet dann noch der zweimonatliche Hamburger Arbeitskreis Aids (HAA) satt, mal sehen, was da noch so für Berichte kommen.

Und zu guter Letzt noch etwas in eigener Sache:

Das Haus Hamburg feiert 10-jähriges Bestehen

Wann: Freitag, 13.01.2006, ab 21.00 Uhr (geladene Gäste), ab 23.00 Uhr
öffentliche Party
Wo: PIT, Pulverteich 17, 20099 Hamburg

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